Am Wochenende war ich in Mannheim auf einem Kongress und da meine große Schwester in Heppenheim wohnt verabreden wir uns.
Meine Schwester Liesa will auch mit. Das ist gut, dann kann sie die Kinder mitnehmen. Ich bin ja schon ab Freitag da.
Ich war schon oft auf dem Kongress und natürlich war in der Zeit immer Thomas mit den Kids Zuhause.
Es stimmt mich traurig auf dem Kongress zu sein und zu wissen , wenn ich nach Hause komme kann ich es Thomas nicht erzählen.
Bei meiner Schwester ist es wunderschön , aber ich bekomme immer wieder Momente wo mein Herz so schwer wird , dass Thomas nicht da ist. Selbst in einer der Spaßrutschen vom Schwimmbad in das wir gehen , erwischt es mich in Millisekunden, sodass mir plötzlich Tränen in die Augen treten.
Wieder Zuhause verbringe ich eine blöde Nacht. Ich bin erkältet, das merkt man ja Nachts immer viel stärker und ich träume von Thomas.
Immer einen ähnlichen Traum.
Krankheit, Schmerz, Tod.
Ich weine im Traum als ich Thomas sehe. Ich besuche ihn im Krankenhaus und habe das Gefühl ihn ewig nicht gesehen zu haben. Er schläft und als er sich zu mir umdreht sehe ich sein Gesicht so nah vor mir , dass mein Herz vor Sehnsucht zerspringt.
Ich wache auf.
Schnupfen und Halsschmerzen quälen mich.
Der Traum sowieso.
Auf der Arbeit schicken sie mich wieder nach Hause.
Sie brauchen mich nicht unbedingt und krank wie ich bin , wollen sie mich auch nicht da haben.
Wieder Zuhause mach ich es mir gemütlich, schlafe, Lese, nähe etwas, schlafe wieder. Die Kids sind groß genug , dass ich mir das leisten kann.
Abends schauen wir einen Film. Eine alter Schinken von Disney.
Ein Film über Kinder die Fußball spielen lernen, auf der Suche nach einem Sinn und ihrem Talent.
Ein Disney Film der alle Klischees bedient.
Am Ende muss ich , wie bei fast jedem Disney Film weinen:
Ein verloren gedachter Vater kommt unerwartet zum Finale.
Das Kind freut sich so sehr ihn zu sehen. Und mir bricht das zweite mal heute mein Herz.
Wie sehr meine Kinder sich wünschen würden , dass Thomas am Spielfeldrand erscheinen würde.
Wie er sie anfeuern würde, wie sie sich austauschen würden nach dem Spiel!
Eine Lücke die ich nicht füllen kann.
Irgendwie ist heute nicht mein Tag.
Aber wenn Tränen fließen, fließt vielleicht auch der Schnupfen und vielleicht auch meine Verspannung im Rücken die ich seit dem Wochenende stark spüre.
An so Tagen ist die Sehnsucht nach ihm kaum auszuhalten umso wichtiger sind dann die Momente in den Tränen leise fließen können.
Es ist gut , dass ich so viele liebe Menschen kenne, die mich aus Versehen doch immer wieder aus der Schleife rausholen können.
Entweder mit liebevoller Aufmerksamkeit oder sie erzählen mir von ihrem Leben und lenken so meine Gedanken um.
Trotzdem weiß ich , dass ich heute Nacht wieder meine Hand auf der anderen Bettseite liegen lasse und nach etwas suche was nicht da ist.
Aber morgen ist ein neuer Tag.
Niemals hätte Thomas uns traurig sehen wollen.
Also gehen wir mit der Liebe schlafen , die immer noch hier im Haus ist , im Ohr sein Lachen und auf meinem Bein seine warme Hand.


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