Ob’s stürmt oder schneit
Ist wohl das Motto des Sommer!
Ich bin in Holland.
Meine Schwiegereltern geben mir die Möglichkeit ganz alleine Zeit zu verbringen.
Abzuschalten.
Die Idee kam mir , weil ich Luise zum Flughafen nach Amsterdam bringe, da sie einer Freundin nach Spanien hinterher reist.
Heute bin ich am späten Nachmittag in meiner Auszeit angekommen.
Ich bin etwas müde aber nach einer Entspannung schwing ich mich auf s Klapprad und radel mal zum Supermarkt. Versorge mich mit ein paar nötigen und unnötigen Dingen und frage zwei Deutsche wie ich eigentlich zum Meer komme.
Die Sonne scheint ein wenig und guter Dinge radel ich los.
Irgendwie finde ich nicht den Weg hoch zum Deich, fahre weiter an der Straße entlang.
Ich habe Gegenwind mit meinem drei Gang Klapprad merk ich ihn ganz schön , komme mir aber trotzdem so vor als hätte ich Rückenwind.
Mein Fahrradschloss trage ich um den Hals. Es erscheint schwerer als das ganze Fahrrad.
Da kommt mir die Tarotkarte „der Teufel“ in den Sinn.
So sieht es nämlich aus. Und vielleicht fühlt es sich auch so an.
Ketten die man sich selbst umgehangen hat.
Die ich mir selbst umhänge.
Es ist eine Entscheidung sie abzulegen.
Trauer kann zu Glück werden
Einsamkeit zu Erleuchtung
Angst zu einer Chance.
Ich entscheide über mein Leben.
Über meine Gefühle.
Und heute fühle ich mich so gut,
Dass die Kette nicht stört, ich lege sie einfach in den Rucksack.
Ich bin nicht einsam.
Ich fühle mich stark.
Bei der letzten Trancearbeit sehe ich Thomas.
Glücklich schaut er um die Ecke, gutaussehend, breit grinsend.
Sei doch einfach glücklich mein Schatz, sagt er .
Ich weine, ich merke ich habe ihm lange nicht gesehen.
Das Weinen ist wie eine Transformation.
Es gibt ja solches oder solches Weinen.
Weinen nach dem man erschöpft ist hat mir oft nicht so viel gegeben.
Aber diese Tränen bringen eine Erlösung.
Ich fühle mich gut danach, beschwingt.
Thomas ist mein Rückenwind.
Ich radel weiter, erquickt von dem Gedanken, dass ich sein kann wer ich sein möchte.
Dass ich nicht alles zuende machen muss was ich angefangen habe.
Dass ich Ruhepausen haben darf wenn ich sie brauche- auch um 10 Uhr am Montag noch mal verschnaufen darf.
Unsere Seele ist grenzenlos , warum es nicht nutzen und grenzenlos denken und fühlen?
Ich finde den Zugang zum Meer nicht, dafür aber zu einem Ausläufer.
Windsurfer haben großen Spaß.
Ich esse mein Abendbrot.
Eine Möwe gesellt sich zu mir.
Ein Windsurfer geht ins Wasser und ich höre Thomas Stimme in seinen Worten:
„So eine Kacke hier, nur Steine überall.
Ist das zum Kotzen!!!“
Ich muss lachen.
Ich bin wirklich nie alleine!!!!
Danke dafür!


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