Bei mir oft doof, aber seit Thomas nicht mehr da ist auch Selbstzweifel .
Ich bin heute müde.
Wollte mich eigentlich ums Haus kümmern, merke aber dass ich doch nicht so motiviert bin.
Die Kids sind nicht da heute Nachmittag.
Ich schlafe einfach eine Runde.
Es fällt mir häufig etwas schwer , wegen all den Aufgaben die auf mich warten. Aber heute entscheide ich mich bewusst dafür.
Elias ist mit den E-Bike der Nachbarn unterwegs , Luise mit ihrem eigenen.
Nach meinem Schläfchen koche ich für sie.
Ich mach Spätzle, überbacke sie mit Käse und Zwiebeln. Ich weiß, dass sie das gerne essen.
Und freue mich auf einen entspannten Abend mit ihnen.
Als sie zur Tür rein kommen ist das Essen fast fertig.
Da sagt Elias , dass er den Schlüssel des Bikes und des dazugehörigen Schlosses verloren hat. Übrigens hängt auch der Schlüssel von einem anderen E bike daran.
Schöne Nachricht.
Mein Rücken schreit direkt los.
Linke Seite BWS. Klar- die emotionale Seite.
Übelkeit steigt in mir hoch .
Ich merke wie ich mich nicht damit beschäftigen will.
Mache erst Mal ne halbe Stunde Yoga.
Dann fangen wir an zu suchen. Elias beichtet es den Nachbarn, ich google wie wir es hinbekommen. Denke an Versicherung, denke an Vertragswerkstätten, an den – irgendwie- Vertrauensbruch sich was zu leihen und es nicht zurück geben zu können.
Wir finden ihn nicht.
Elias fährt die Strecke noch mal , zusammen gehen wir die Strecke noch mal halb ab. Aber es dauert zu lange. Ich bin sauer. Sage still in mich hinein, dass es für jedes Scheiß Problem eine Scheiß Lösung gibt. Stampfe den Weg entlang, bin genervt vom Hund, vom Nachbarn der mit dem Auto anhält und Smalltalk betreiben will.
Zurück zu Hause schmeiße ich mich noch mal aufs Bike.
Fahre noch mal nach Much hin und zurück.
Es fängt an zu regnen.
Mit dem Regen kommen meine Tränen.
Selbstzweifel.
Alle Sorgen sind auf einmal da .
Was ist wenn ich es einfach nicht schaffe?
Es sind so viele Aufgaben. So viel Verantwortung.
Ich will alles gut machen , merke aber dass irgendwas immer auf der Strecke bleibt.
Auch auf einem E Bike kann man schwitzen. Ich trete so schnell ich kann den Berg hoch. Meine Oberschenkel brennen, wie immer tut es gut den Körper zu spüren, wenn der Geist auf Abwegen ist.
Ich finde keinen Schlüssel. Ich wette er liegt hier irgendwo und sagt nix.
Dafür bin ich nass und kalt.
Mein Rücken dankt es mir nicht.
In Niederbonrath rase ich den langen Berg runter. Ich fahre freihändig. Es tut gut den Gegenwind zu spüren. Ich mache gar nichts. Das Rad fährt. Ein gutes Gefühl.
Unten angekommen wartet ein Regenbogen auf mich.
Thomas scheint zu sagen;
Die Nachbarn haben einem Ersatzschlüssel.
Krieg dich wieder ein, Julia .
Es gibt für jedes Problem eine Lösung.
Alles geht vorbei.
Stimmt.
Danke.


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