Elias und ich rechnen am Küchentisch aus wieviel Geld wir unserem Nachbarn für drei FC Karten schulden.
Es ist einfach: 3×44
Ich muss trotzdem rechnen. Elias auch.
Auf einmal verwandelt sich Elias in Thomas , vor meinem Augen.
Thomas sagt : Mensch, Julia. Sowas muss man nicht rechnen.
Stimmt. Thomas konnte es einfach so sagen. Ohne Nachdenken.
Ich habe ihn dafür immer bewundert und es ist etwas was mir fehlt. Sein scharfer Verstand in solchen Dingen.
Ich lass mich lieber beraten, rechne mit dem Rechner noch einmal nach….
Thomas Gehirn war am Ende nicht mehr in der Lage etwas zu rechnen. Da wusste ich spätestens, dass das Leben keinen Sinn mehr für ihn macht.
Aber er rechnete immer noch.
Einmal sagte er im Auto zu mir: denk an den Sack Geld, den wir vergraben haben + die 28000 aus der Versicherung macht das……
Für mich waren so Sätze wie Messerstiche in mein Herz.
Aber irgendwie half es auch Abschied zu nehmen.
Ein Privileg was viele Menschen nicht haben wenn sie einen geliebten Menschen verlieren.
Ich denke an diesen Tagen an Thomas als wäre er noch hier.
Und dann kommt immer wieder das Erstaunen , dass er tot ist.
Wie wird es Menschen ohne diesen Prozess ergehen? Ohne Abschied, ohne zu verstehen was passiert ist? So viel Sätze ungesagt , so viele Momente ohne Liebesbekundungen , Tage ohne Zuwendung, ohne Zärtlichkeit.
Wie das eben ist in einer Beziehung.
Wir haben das.
Wir haben im Leben und im Tod unsere Zuneigung gelebt. Natürlich hätte ich so gerne noch so viel mit ihm gelebt und erlebt –
aber wenigstens gibt es keinen Satz der mir noch auf der Seele brennt.
Das macht mich nachhaltig glücklich.
Wie eine Freundin mal zu Thomas sagte: „get you things done“
Thomas Dinge sind in dem Fall:
Zeit mit uns zu verbringen,
den Kindern auf ewig das Gefühl zu geben geliebt worden zu sein,
Liebe auszusprechen
Zu dem stehen was man sagt
Glück zu suchen egal wie alt man ist und vor allem
Lachen!
Ich denke an dich, mein Engel, 365×24 !


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