es ist der 23.12.23.
Ich bin auf dem Weg zur Arbeit.
Es ist am regnen. Was auch sonst. Ich sehe auf den Feldern das Wasser stehen.
Weihnachtszeit.
Ich halte einfach durch für die Kinder. Eigentlich habe ich keinen Bock auf Weihnachten.
Aber es ist soweit alles vorbereitet, eingekauft und eingepackt. Luise feiert ja auch Geburtstag.
Während ich zum Dienst fahre, denke ich über das Wetter nach. Laut Wissenschaft regnet es wegen der Klimaerwärmung so viel.
Ich spinne den Gedanken weiter.
Vielleicht haben wir bald einen Monsun in unseren Breitengraden.
Mit fällt das Lied von Tokio Hotel ein.
Ich erinnere mich wie damals meine russische Arbeitskollegin gesagt hat, wie toll sie das Lied findet , weil die (damals noch) Jungs es so kraftvoll singen.
Ich suche es auf Spotify und höre es laut aus der Box auf meinem Beifahrersitz.
Da ich nie Fan war, kenn ich den Text eigentlich nicht. Und es überrascht mich , dass ich von jetzt auf gleich weinen muss wie eine Verrückte als ich dem Text lausche.
„….und wenn ich nicht mehr kann , denk ich daran irgendwann laufen wir zusammen, durch den Monsun. Dann wird alles gut“
Letztens habe ich noch mal von Thomas geträumt. Im Traum ist er zurück gekommen.
Aber er war nicht geheilt.
Wieder fingen die Schmerzen an. Wieder eine Diagnose nach der nächsten. Es war klar er wird wieder sterben.
Im Traum verzweifel ich und denke : nein! Nicht noch mal!!!
Es gibt eine Strophe im Lied die mich nachdenken hat lassen:
„Ich warte schon ne Ewigkeit und endlich ist es jetzt soweit. Da draußen ziehen die schwarzen Wolken auf….“
Scheint als freue er sich auf die Zeit, durch den Regen zu gehen.
Nach meinem Traum habe ich auch gedacht, ich bin schon soweit im Monsun , es regnet schon so lange, nein, ich will nicht noch mal von vorne anfangen. Durch den Monsun gehen. Manchmal kann ich schon im Auge des Sturms Ruhe finden.
Mein Leben wieder genießen können.
Ich weiß nicht wie Tom oder Bill genau die Zeilen meinten , für mich meinen sie das so.
Ich weiß auch nicht ob sie , so jung wie sie damals waren, dieses Gefühl wirklich gelebt haben oder ob sie was gesungen haben, was ihnen vorgegebenen wurde aber anscheinend ist ihr Leben 20 Jahre später erfüllt mit Liebe. Zumindest wenn man allen Fotos glauben kann, die man so zu Gesicht bekommt auf den Sozialen Medien.
So ist das, man weint, man schreit, man denkt es ändert sich nie etwas! Und dann am Ende gibt es eine glückliche Wendung.
Wir drei glauben an eine glückliche Wendung. Wir kämpfen uns durch den Sturm, wir lachen, wir kuscheln, wir lieben uns. Wir feiern Weihnachten und wir werden das neue Jahr willkommen heißen.
„Und dann wird alles gut,
es wird alles gut,
Es wird alles gut!“


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