You know it’s not the same as it was

Von diesem Lied werde ich heute geweckt.

Irgendwie bin ich müde.

Irgendwie will ich nicht aufstehen.

Bei Kaffee checke ich die Mails.

Eine der Hebamme die mir geholfen haben Luise und Elias Zuhause zu gebären hat mir geschrieben.

Sie ist auf diesen Blog aufmerksam geworden.

Öfter bekomme ich Mails von Menschen zu denen ich den Kontakt verloren habe, die mir ihr Mitgefühl ausdrücken möchten.

Ich freue mich darüber. Es bedeutet Thomas ist auch in den Gedanken anderer Menschen und auch unsere Kinder werden gesehen.

Gestern treffe ich eine bekannte Heilpraktikerin. Auch ihr Mann ist vor kurzem gestorben. Sie bezieht Luise liebevoll mit ins Gespräch ein.

Man merkt sie ist traurig weil ihre Kinder schon groß sind und sie öfter die Einsamkeit einholt als mich. Gleichermaßen, glaube ich zu fühlen, dass sie dankbar ist, dass ihre Kinder ihren Papa länger hatten.

Tod bringt immer Ambivalenz mit sich.

Dankbarkeit für all das was man hatte miteinander. Jede Erinnerung.

Traurigkeit über den Verlust. Unbegreifliche Unendlichkeit.

Als ich meiner Hebamme antworte , wird es noch mal klar. Geburt und Tod haben etwas gemeinsam.

Man kann beides schlecht kontrollieren.

Nur, dass Geburt (in meinen Fall) meinen Körper betrifft. Ich es fließen lasse, Vertrauen habe in den Prozess. Dem Schmerz freien Lauf lasse in hoffnungsvoller Erwartung. Ein Grenzgang , grenzüberschreitend um Mutter zu werden.

Thomas geht ebenfalls über eine Grenze.

Und so hilflos wie er sich vielleicht gefühlt hat , damals mir zuzusehen, zuzuhören so fühle ich mich hilflos zuzusehen wie er geht .

Es liegt nicht in unsere Macht, lass es laufen.

Aber was ist hinter der Grenze die er überschritten hat?

Was ist hinter der Grenze die ich ebenfalls überschritten habe?

So wie ich die Hoffnung unter großem Schmerz bei der Geburt auf ein wundervolles Baby hatte , so habe ich jetzt die Hoffnung auf ein Wiedersehen und bis dahin habe ich die Hoffnung in ein Wachstum über uns hinaus, uns alle drei. Dabei passieren wir grenzen so gut wir können.

Zum Beispiel stehen wir auf. Obwohl es heute morgen so schwer war.

Ich suche Weihnachtsgeschenke und hole mir Rat bei einem Freund. Fußball ist immer noch nicht mein Geschäft geworden.

Oh du fröhliche ist irgendwie auch noch nicht da, Stille Nacht ist mein bevorzugtes Weihnachtslied.

Eine frühere Kollegin schickt mir überraschend einen Kalender. Es rührt mich sehr.

Gestern stand etwas darin über Schnee.

Nicht greifbar, nicht abrufbar, nicht konservierbar. Nicht kontrollierbar.

Leben und Tod. Schnee kommt, Schnee geht. Natur in ihrer vollkommenen Form.

Und ich bin dankbar ein Teil davon sein zu dürfen.

Ich habe jemandem ein Versprechen gegeben, ich war Teil von ihm, Teil seiner Natur.

So wie ich ihm immer beigestanden habe, so werde ich das Wunder was uns zuteil wurde weiter hegen und pflegen.

Mein Leben ist schön. Und das der Kinder auch.

So viele Wunder um uns.

Und jedem danke ich hiermit.

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