Oder ein Samstag mit viel Gefühl im Gepäck
Elias hilft Mittags vom Konfirmationsunterricht im evangelischen Kindergarten.
Ich bringe ihn hin und erinnere mich an viele Dinge.
Warum auch immer, an einen Tag als die Uhr umgestellt wurde und Thomas und ich zu einer Therapie nach Siegburg mussten.
Ich habe mich damals gefragt warum, aber irgendwie hatten wir noch eine Stunde Zeit und sind einfach einmal Essen gegangen.
Das haben wir selten gemacht und es war so schön: eine Stunde unverhofft gewonnen und so schön genutzt.
Auf dem Kindergartenparkplatz angekommen schlendern wir gut gelaunt den beiden Mäusen entgegen. Die Kindergärtnerin sagt: „Na das die beiden eine Stunde länger bleiben, bleibt hoffentlich eine Ausnahme! Die Uhr ist umgestellt worden, vergessen?“
UPS. Daher sie Stunde!!!
Um 14 Uhr gestern sitze ich in der Kirche, mein Nachbarin heiratet.
Hochzeiten sind immer eine Herausforderung für mich. Ich stell mir vor wie Thomas neben mir sitzt, wie wir unsere Hände halten, ich stelle mir seine rechte Hand vor und seine linke, die sich wegen einer Nervenschädigung anders angefühlt hat. Ich habe sie immer mit der Hand aus Adams Family verglichen…. : komm gib mir dein eiskaltes Händchen….
Er fehlt, er fehlt, er fehlt .
Der Pastor redet über Ehe, über Krankheit, bis der Tod euch scheidet.
Und ich schaue mich um und denke , wer es hier wohl wirklich weiß , was dieser Satz bedeutet….
Neben mir dir drei alten Damen kenne ich, sie leben ( so oder so) glücklich mit ihrem Männern seit wahrscheinlich über 50 Jahren.
Das Abendmahl wird gefeiert und ich denke über Jesus nach.
Er wusste er wird sterben. Er geht den Weg bewusst , auch er fürchtet sich wahrscheinlich obwohl er seinen Vater wiedersehen wird.
Wie anstrengend es wirklich wird erfährt er erst am Kreuz, als auch er anfängt zu zweifeln und seinen Vater ruft.
Obwohl er die Jünger auf all das vorzubereiten versuchte, fühlen sie sich ohnmächtig und erstmal verloren. Sie wissen gar nicht so richtig was sie mit sich anfangen sollen. Zum Glück steht Jesus noch Mal auf, sodass sie frohe Nachrichten verkünden können und von Jesus selber noch Aufgaben bekommen.
Ich fühle mich seit einem Jahr ein wenig wie diese Jünger. Was ist noch mal meine Aufgabe hier? Wo soll ich hingehen? Wie soll ich das noch Mal alles machen?
Manchmal bekomme ich eine Eingebung , wie vielleicht nach der Auferstehung. Ja, ich mach das richtig. Und dann muss ich wieder lange darauf warten…
Jaja, in der Kirche hat man Zeit nachzudenken….
Nachmittags fahre ich zu liebevollen Freunden.
Ein Ehepaar mit Kids, die sich mit meinen gut puzzlen seit dem Kindergarten.
Sie haben einen neuen Schwimmteich gebaut und es ist das schönste was ich seit langer Zeit gesehen habe.
Ich sage: oh wie schade, dass Thomas es nicht sieht- ja, sagt Anne, dass hätte ihm gefallen.
Wir machen ein kleines Feuer, die Kids sind irgendwo.
Anne , Stephan und ich sitzen zusammen.
Stephan und Anne sind bestimmt die coolsten Menschen die ich kenne und mit beiden kann ich mich gut unterhalten. Trotzdem spüre ich, dass jemand hier in der Runde fehlt.
Ich bekomme ein Stechen in meiner Brust weil ich merke, dass zu dritt zusammen sitzen was anderes ist als zu viert.
Stephan geht aufräumen.
Heute morgen wache ich mit einer ellenlangen To-do-Liste in meinem Gehirn auf.
Aber erst muss ich Kaffee machen und diesen Beitrag verfassen.
So wie die Jünger werden auch wir unseren Weg gehen. Weiter an Thomas denken, von ihm erzählen, seine Gedankengänge zu allem möglichen teilen und nicht vergessen, dass er viel Liebe in unser Leben gebracht hat.
Das ewige Leben. Das ist es wahrscheinlich.


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