Es ist endlich schön geworden draußen, die Sonne scheint, mein Garten explodiert.
Ich sitze sogar im Schatten und trinke Kaffee.
Ich wünschte so Thomas säße neben mir.
Unerträglich der Gedanke, dass es nie wieder so sein wird.
Und natürlich könnte ich mich jetzt reinsteigern in diesen Moment ohne ihn, denn es gab , gibt und wird so viele Momente geben in denen ich alleine bin und ihn vermisse.
Besondere Momente und Momente wie genau dieser gerade, indem ich seine Hand auf meinem Oberschenkel herbei sehne, dass ich sie fast spüren kann.
Aber ich habe den Beitrag Mut genannt. Warum?
Weil ich zurück blicke auf die Zeit nach Thomas ‚ Tod. Wir haben schon so viel geschafft .
Fast alle Feiertage und Geburtstage, selbst Luises Konfirmation haben wir ohne ihn hier gefeiert.
Mit Trauer, Wehmut, Sehnsucht aber auch Freude, Lachen und Liebe.
Wir sind weiter gelaufen, haben uns mehr angestrengt denn je und haben diese Zeit bis hier geschafft.
Wir leben.
Und wir leben nicht schlecht.
Klar, wir würden lieber mit ihm an unserer Seite leben und doch sind wir zu dritt ein eingespieltes Team.
Jetzt brauchen wir nur noch den Mut glücklich zu sein.
Hört sich irgendwie komisch an.
Braucht man Mut um glücklich zu sein?
Geht denn noch nicht mal „glücklich sein“ ohne sich anstrengen zu müssen?
Beim Spaziergang sehe ich eine Wiese, Weidezaunpfähle säumen einen kleinen Weg. Die Aussicht sind Bäume und Wiesen das Ziel das kleine Dorf indem wir Zuhause sind.
Der Anblick macht mich glücklich.
Ich weiß , dass es so ist. Das Bild fällt von der Netzhaut direkt auf meine Seele und streichelt sie.
Zuhause weine ich. Bekomme Kopfweh.
Ich kann dieses Gefühl des Glücks nicht verstehen.
Woher kommt es, wenn doch mein Lieblingsmensch nicht mehr bei mir ist?
Wie ist es möglich, dass ich es fühle?
Darf ich es überhaupt fühlen?
Glücklich sein geht anscheinend auch einher mit der bewussten Entscheidung das Gefühl zuzulassen.
Und diese Entscheidung braucht den Mut „Ja“ zu sagen. „Ja“zu sagen , zu einem Leben ohne Thomas an meiner Seite.
Dafür mit seinen wunderbaren Kindern, schönen Erinnerungen und dem großen Bewusstsein von jemanden geliebt worden zu sein mit Haut und Haar.
Manchmal kann ich mutig sein und aus Herzen lachen und das Glück fühlen. Und manchmal schaff ich es noch nicht.
Trauer ist eine andere Form der Liebe , eine große Herausforderung, ein immer neues Lernen, ein sehr besonderes Gefühl und gleichzeitig ein Prozess der Mut braucht um sich neu kennenzulernen.
Ich war schon immer mutig.
Ich kann es weiter sein.

l

Hinterlasse einen Kommentar