Op die Liebe
Op er Laevve
Op die Freiheit
Und d’r du
Kumm mer drinke uch met Denne die im Himmel sind
Alle Jlaeser hoch
-kasalla-
Gestern war Altweiber.
Ich war aus.
Ich war häufig Altweiber aus ohne Thomas und deshalb hab ich gedacht, ich versuch es mal.
Ich habe extra nur 2 Menschen gefragt, ob sie mit mir gehen um den Rahmen irgendwie geschützt und klein zu halten.
Viele die das lesen kennen mich, einige nicht, oder noch nicht gut.
Aber fest steht, ich kann zu einer Partylöwin mutieren – oder vielmehr ich konnte es. Ich befürchte nämlich, dass das nicht mehr möglich ist. Das Leben hat sich so sehr verändert, dass ich die Löwin nicht mehr fühlen kann.
Morgens, wie an Weihnachten bekomme ich dieses Druckgefühl etwas zu machen was völlig außerhalb meines Lebens liegt aber habe mich dann doch mit meiner Schwester aufgerafft mich zurecht zu machen.
Ein wunderschöner Sonnenaufgang gibt mir Tränen aber auch Mut.

Ich habe das Gefühl Thomas flüstert mir zu : Hab Spaß, Schatz….
ok!!!
Zur Eröffnung sind wir auf dem Alter Markt und wir können zu dritt lachen. Meine Freundin hat ebenfalls ein heftiges Leben , gebeutelt von Krankheit und Sorge.
Sie hat aber schwarzen Humor und so können wir lachen und Späße machen wo kein anderer drüber lachen kann.
Wir gehen ins Gaffel.
Trinken, tanzen und lernen nette Menschen kennen. Holländer, Belgier, Amerikaner und natürlich auch Deutsche.
Alle sind gut drauf. Auch ich schaffe mit ihnen zu tanzen und zu scherzen.
Eine sehr kurze Zeit ist alles wie es einmal war.
Bis mich ein liebenswerter Mensch fragt ob ich verheiratet bin.
Oh, die Frage hatte ich gar nicht auf dem Schirm -wie dumm von mir .
Irgendwie aus der Nummer rausgewunden fragt mich gleich der nächste, wo wohnst du? wie alt bist du? hast du Kinder, hast du einen Mann?
Also spreche ich es aus. und auf einmal sieht die Partylöwin in mir so aus;

Alle sind betroffen , fragen seit wann. Ich muss sie bitten nicht mehr weiter zu fragen.
Eigentlich wäre ich da schon gerne gegangen.
Aber irgendwie kann ich mich wieder fangen. Gut so.
Wir wechseln die Lokation und zufällig treffe ich jemanden den ich kenne, mit Freunden und seinen Kids unterwegs zum Kinderkarneval.
Ich merke wie ich wieder traurig werde. Soviel Glück, Normalität, Liebe, Freude, Spaß, Unbeschwertheit.
Wir gehen weiter. In der Kneipe wo wir landen sind viele junge Menschen.
Wahrscheinlich fühle ich mich ihnen nicht zugehörig, mir ist es noch nie aufgefallen, dass auch in urkölschen Kneipen soviel junges Publikum ist.
Alle lachen, feiern, küssen, tanzen. Genießen das Leben
Es macht mich glücklich sie so zu sehen und gleichzeitig denke ich darüber nach wie es wohl ist, dieses Gefühl. Ich kann mich kaum erinnern.
Wie Frodo der den Ring bis ans Ende trägt und nicht mehr die Bilder vom Auenaland sehen kann, den Fluss nicht mehr plätschern hört und das Brot nicht mehr schmecken kann. Dunkelheit.
Gleichermaßen wird vielleicht auch diesen Menschen etwas schlimmes passieren oder ist es vielleicht schon. Man kennt sie ja nicht. Aber ich wünsche es ihnen nicht.
Mir laufen wieder die Augen über und da fällt mir auf, dass ich nicht die einzige bin.
Aber warum weinen sie?
Liebeskummer? Enttäuschungen?
Verlust von anderen Dingen? Oder auch der Verlust von wichtigen Menschen? Mutter, Vater, Freundin?
Wir gehen nach Hause, die Löwin in mir ist lange weg, nur Frodo ist noch da. Auf dem Weg haben viele die selbe Verkleidung an : einen old school Jogginganzug, den man bei Butinette bestellen kann. Scheint ein „Must have“ Kostüm zu sein.
Thomas hatte genau den auch einmal an, geliehen von einem Bekannten.
Ich werde bombadiert mit Gefühlen
…..kumm mer trinke uch mit denen die im Himmel sind…..

Ich wünschte ich könnte mich nach Hause beamen.
Samstag gehe ich mit meiner anderen Schwester auf den Karnevalszug, um der kleinen Tochter von ihr den Straßenkarneval und Kamelle zu zeigen.
Aber ich gehe nicht als Partylöwin und auch nicht als Frodo sondern als Schwester und Tante. Darauf freue ich mich.
Familie ist das wichtigste. Und gute Freunde.
Die mit mir weinen, die Thomas genau so vermissen wie ich, die mich halten und verstehen, dass nichts ist wie es vorher war und daran ändert auch leider die 5. Jahreszeit nichts.

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