Thomas meinte immer, dass er keine Angst hat vor dem Tod, wohl aber vor dem Weg dahin. Viele Schmerzen, Dahinsiechen, Luftnot….alles unvorstellbar für einen jungen Menschen. Es war am Ende zwar viel Leid aber wie ihr gelesen habt: Leid gemischt mit Eis und Kuchen.
Er konnte bis zum Schluss ja noch laufen, auf Toilette gehen, sich irgendwie mitteilen, Essen und Trinken genießen. Das Schlimmste war, dass seine Gedanken nicht mehr unter seiner Kontrolle waren. Er war in anderer Welt wo wir ihn nicht mehr verstehen konnten. Und das war für beide Seiten unaushaltbar.
Luise und Elias waren ihm wichtig wie immer und oft hörte man aus dem unverständlichen Gemurmel ihre Namen heraus. Auch Zahlen, Rechnungen, Geld….
Der Weg zu seinem letzten Atemzug war am Ende kurz, nur drei Tage- aber es war so schlimm mit anzusehen, dass beim Schreiben darüber erneut mein Herz bricht.
Er hat wie immer alles mit Temperament gemacht.
Und ich bin, wie ich schon mal geschrieben habe, stolz auf ihn. Es war schlimm für alle aber wer weiß, wie schlimm es hätte noch werden können.
Viele sagen Trauer verändert sich und das spüre auch ich bereits, obwohl es noch gar nicht so lang her ist. In manchen Momenten spenden Erinnerungen schon Trost anstatt Schmerz. Nicht oft, aber immer mal wieder. Das ist ein Hoffnungsschimmer in meinen dunkelbunten Gefühlen
Und deswegen auch mein 2. Vorsatz: ich möchte wieder glücklich werden zu dritt als kleinere Familie aber als Familie. Ich möchte von dem zehren was ich mit ihm erlebt habe, was er mir geschenkt hat und was er mir beigebracht hat.
Er sagte mal : wenn ich sterben sollte, dann dürft ihr ruhig weinen um mich aber nicht zu lang, ihr sollt ein schönes Leben haben.
Und das ist mein zweiter Vorsatz, der viel wichtiger ist als der Erste aber langsamer zu erreichen.
Also, da ich von Vorfreude immer sehr gut zehren konnte, möchte ich einen Urlaub buchen in den Osterferien. Ganz in der Nähe von dem kleinen Ort in Südfrankreich wo wir immer hin gefahren sind.
Ich möchte dort in einen Bungalow mit den Kids und sie wollen Windsurfen lernen und ich vielleicht mal meine Könnenstufe erweitern.
Wir wandeln dann auf seinen Spuren. Ich gebe das weiter was für ihn wichtig war und gleichzeitig genießen wir Sonne und Wind, so wie er es getan hätte.

Ich bin mir sicher, dass es schön wird, traurig, aber schön. Wenn ich mir sein Lachen vorstelle und wie er am Strand sitzt und der Sonne beim Untergehen zuschaut und seine romantischer Ader zeigt, die bei mir selten einen Nerv getroffen hat 🙂 muss ich bereits etwas grinsen, wenn auch mit Tränen in den Augen.
Die Kids freuen sich. Also kann doch gar nichts mehr schief gehen. Sicherheitshalber fahre ich brav mit dem Auto. Fliegen hat im Oktober bei mir ja so gar nicht geklappt und weckt auch keinerlei Leidenschaft in mir. Ach, ich glaube die Story habe ich gar nicht erzählt , obwohl sie die Mutter dieses Blogs ist…..deshalb ganz kurz:
Malle anstatt Albanien weil falsche Ausweise, Touristenhochburg, Selbstversorgerhotel, Rückflug verpasst, Kind Migräne am Flughafen – fast den zweiten Rückflug verpasst wegen Aufenthalt beim Arzt in Palma und letztendlich in Frankfurt Haan anstatt in Frankfurt gelandet…
In einer einsamen und verzweifelten Nacht dort angefangen alles nieder zu schreiben, weil ich nicht mehr mit meinem Gefühlen wusste wohin und diese Internetseite dafür gemietet, um dann zu erkennen ich kann sowas gar nicht…..panisch Zuhause meiner Schwägerin gebeichtet, dass ich was gekauft habe, das ich nicht bedienen kann und um ihre Hilfe gebeten.
Ihr seht, ich bin der Typ für unüberlegte Handlungen .
Deshalb diesmal ganz einfach: Bungalow, Auto, Windsurfen. Und unsere Liebe zueinander zelebrieren, so wie mein Mann sich das gewünscht hat.
Für ihn war es so schlimm uns alle weinen zu sehen. Er sagte mal, wie weh es ihm tut uns Allen diesen Kummer zu bereiten….
Wenn er jetzt sieht wie traurig wir alle sind, wird es ihn unglücklich machen und deswegen wünsche ich mir wieder nach vorne blicken zu können ohne den Tränenschleier.
Ich weiß nicht wie lange ich noch lebe aber für die Kids noch so lange wie es geht – deswegen auch der 1. Vorsatz.
Also falls mein Leben noch lang sein sollte, dann möchte ich wieder die Strahlen der Sonne in meinem Herz spüren und lachen ohne Reue und dabei liebevoll denken, ach Thomas es wäre so schön wenn du da wärst. Wie schön, dass wie diese wertvolle Zeit miteinander hatten.
Ich möchte Freund werden mit der Dankbarkeit, dass ich ihn kennenlernen durfte, zwei Kinder mit ihm haben konnte, dieses Haus, dieses Leben, die Weiermanns als zusätzliche Familie bekommen habe und in dieser Dankbarkeit Kraft finden und daraus wachsen wie ein Kirschbaum, gerade, aufrecht, mit zahlreichen Blättern und mit roten Früchten von denen die Kinder lange zehren können.


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