Die Hoffnung stirbt zuletzt

Thomas ist an Krebs verstorben.

20 Jahre hat er sich mit der Krankheit auseinandergesetzt. Er hat ebenfalls einen Blog über seine Behandlung geschrieben (meine Krebsbehandlung), Schulmedizin, Naturheilkunde, Schamanismus, Spiritualität.

Sein Weg hat ihm viele Türen aufgezeigt und wir sind zusammen an und mit der Aufgabe gewachsen.

Es gab ruhigere Jahre ohne Diagnosen und es gab Stürmischere mit Therapien aller Art. Was daraus immer klarer wird: die Hoffnung stirbt tatsächlich zuletzt.

Er war ein unglaublicher Kämpfer, er hat immer an sich geglaubt, nach Ursachen geforscht. Ich glaube wir sind in halb Deutschland rumgereist in der Hoffnung ein Wunder zu finden was dann auch bezahlbar ist.

2020, Ende des Jahres war gefühlt der Wendepunkt unserer Liebesgeschichte die seit 2004 wuchs und wuchs.

Nach einem kleinen Autounfall und einem Armbruch wurden Metastasen in seinem Schlüsselbein festgestellt- und wurden behandelt. Lokale Chemo und Bestrahlung wurden durchgeführt, danach immer weiter Schmerzen und weitere Diagnosen. Metastasen in der Niere – wurden behandelt , Metastasen in der Lunge – wurden behandelt.

Anfang 2022, Metastasen in der Wirbelsäule und da befiel mich die böse Vorahnung, dass er es nicht schaffen wird.

Das Ungeheuer was in mir am schlafen war, erwachte.

Beim Spaziergang mit den Hunden weinte ich, schimpfte selber über mich, dass ich die Hoffnung aufgebe und betete gleichzeitig immer wieder um ein Wunder.

Andere Menschen haben Wunder erfahren, warum nicht auch wir?

Es ging weiter mit Bestrahlung, Schmerzeinstellung. Eine Baustelle machte zu eine andere machte auf.

Wieder unglaubliche Schmerzen trotz den ganzen Pillen…. wieder Bestrahlung. Diesmal am Wirbel etwas höher.

Thomas hat das alles so tapfer getragen, er meinte das Leben sei immer noch lebenswert für ihn.

Anfang der Sommerferien bekommt er eine Schmerzpumpe die kontinuierlich Morphium fördert. Der Palliativdienst wurde eingeschaltet und kam immer mal wieder nach dem Rechten schauen.

Auch dann meine Gefühle dazu klar – wer kennt einen Krebspatienten der mit Morphiumpumpe überlebt hat über Jahre, Jahrzehnte?

Seine Gefühle? : voller Hoffnung, Lebensmut und Lebenswillen.

Mitte der Sommerferien ist er verwirrt, kommt nicht immer zu sich, redet verrücktes ( da haben wie wieder das „ver“) Zeug.

Er braucht mal wieder eine kleine OP und ich spreche beim Prof seinen Zustand es an. Allerdings dort dann schon mit Nervenzusammenbruch vor der Klinik.

Ich ahne was kommen musste. Das MRT nach der OP gab Hirn-Metastasen preis.

Wieder Bestrahlung? (die gängige Behandlung)

Ich frage damals Thomas ob er das machen wöllte…

Er versteht die Frage gar nicht: was willst du damit sagen? ich soll aufgeben? kommt nicht in Frage….!!!!

Was sage ich dazu????

Mein Mann, mein Lieblingsmensch, ich sehe ihn sterben vor meinem inneren Auge aber ist es mein Recht seinen Lebenswille zu brechen?

Er war ein Kämpfer und er hätte besser meinen Nachnamen angenommen als ich den seinen denn schließlich heiße ich „Krieger“.

Ich antworte, dass es ziemlich anstrengend ist jeden Tag nach Bonn zu fahren und dann diese Zwangshaltung in der Maschine, die Nebenwirkungen….ob er das schaffen kann? ob er sich das zutraut?

Ja na klar!!!! Er hat Bestrahlung immer gut vertragen und der Tumor gut darauf reagiert, dass ist seine Chance schließlich sind es nur 10 kleine Metastasen…..

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